{"id":266,"date":"2018-02-10T18:53:32","date_gmt":"2018-02-10T18:53:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brightspace.de:8888\/?p=266"},"modified":"2023-03-11T20:46:05","modified_gmt":"2023-03-11T20:46:05","slug":"10-02-2018-rom-bari","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/?p=266","title":{"rendered":"10.02.2018: Rom [\u2013 Bari]"},"content":{"rendered":"<p>Der\u00a0letzte Tag in Rom begr\u00fc\u00dfte mich erneut mit Sonnenschein und fr\u00fchlingshaften Temperaturen. Mein Zug nachmittags nach Bari sollte um 14:55 Uhr abfahren, ich hatte als noch ein wenig Zeit f\u00fcr einen letzten Bummel und musste mich entscheiden: Petersdom oder Pantheon. Ich entschied mich f\u00fcr das Pantheon und einen weiteren Spaziergang durch die Altstadt.<\/p>\n<p>Dass zwei Tage f\u00fcr einen Besuch Roms definitiv zu wenig sind, war mir zwar schon vorher klar \u2013 aber mir fiel auf, dass man das auch zahlenm\u00e4\u00dfig sehr leicht \u00fcberschlagen kann: Mal angenommen, es g\u00e4be in Rom\u00a0\u00fcber den Daumen 40 Sehensw\u00fcrdigkeiten und man w\u00fcrde f\u00fcr jede etwa eine Stunde ben\u00f6tigen \u2013 den Weg zwischen ihnen noch nicht einmal mit eingerechnet \u2013 dann br\u00e4uchte\u00a0man insgesamt schon eine durchschnittliche Arbeitswoche, um alle\u00a0zu besuchen. F\u00fcr meinen k\u00fcrzeren Aufenthalt bedeutete das dementsprechend: Sehensw\u00fcrdigkeiten streichen bzw. jede Menge \u00dcberstunden.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zum Pantheon machte ich einen kleinen Umweg zum Nationaldenkmal f\u00fcr Viktor Emanuel II., der sogenannten \u201eSchreibmaschine\u201c, von deren Dach man einen tollen Blick auf die Stadt haben\u00a0sollte. W\u00e4hrenddessen machte ich mir Gedanken \u00fcber meine Weiterreise, die \u201eDurststrecke\u201c dieses Urlaubs, die mich nachmittags per Zug\u00a0nach Bari an die Adria bringen sollte, dann \u00fcber Nacht per F\u00e4hre in die albanische Hafenstadt\u00a0Durr\u00ebs und von dort nach acht Stunden Wartezeit in weiteren sechs Stunden per Bus nach Skopje, mit Ankunft gegen 23:00 Uhr am dortigen Busbahnhof. Es gab n\u00e4mlich gleich zwei aktuelle Probleme:<\/p>\n<ol>\n<li>Ich konnte nicht definitiv herausfinden, ob in dieser Saison \u00fcberhaupt der im Internet angeschlagene Bus von Durr\u00ebs nach Skopje f\u00e4hrt, denn von der Aktualit\u00e4t der Daten auf der entsprechenden Internetseite war ich nicht ganz \u00fcberzeugt: Eine Anfrage ein paar Tage zuvor per E-Mail in meinem Hotel in Skopje bzgl.\u00a0einer Best\u00e4tigung der Buslinie war erfolglos, ich bekam als Antwort, dass es viele Busse gibt, die nach Skopje f\u00fchren und\u00a0einen Link auf eine Webseite, der man die Abfahrtszeiten von Bussen aus Skopje entnehmen konnte\u00a0\u2013 die beantworteten nat\u00fcrlich meine Frage nicht. Durr\u00ebs war im \u00dcbrigen nicht dabei und eine \u00e4hnliche \u00dcbersicht mit den f\u00fcr mich relevanteren Ankunftszeiten gab es nicht. Auch mein zweiter Versuch war nicht erfolgreich: Ich hatte vor ein paar Wochen von Hamburg aus bereits ein Hotel in Durr\u00ebs angeschrieben mit der Bitte, mir am Ankunftstag bei der Busorganisation zu helfen und meinen Koffer f\u00fcr ein paar Stunden zu beherbergen, leider ohne Antwort. Meinen dritten Versuch startete ich am vergangenen Tag: Ich wollte direkt vom Busbetreiber eine pers\u00f6nliche Reservierung oder Best\u00e4tigung bekommen. Nach einem Mausklick auf \u201eBook online\u201c im Internet bekam ich lediglich eine albanische Telefonnummer zu sehen. Unter der meldete sich kein Englisch sprechender Mitarbeiter, sondern es lief eine albanische Ansage, die zwar sehr interessant klang, von der ich allerdings kein einziges Wort verstand. Sie h\u00e4tte auch gut \u201eIm Februar fahren keine Busse nach zwischen Albanien und Mazedonien\u201c hei\u00dfen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Die Wettervorhersage f\u00fcr meine \u00dcberfahrt hatte sich in den vergangenen Tagen deutlich verschlechtert hat und an diesem Vormittag befand sich nun ein paar hundert km s\u00fcdlich meiner geplanten \u00dcberfahrtsroute\u00a0das Zentrum eines schwachen Zyklons mit Ausl\u00e4ufern, die schon in Bari bis zu Windst\u00e4rke 6 f\u00fchrten. Die Vorhersage f\u00fcr meinen Wartetag in Durr\u00ebs nach der \u00dcberfahrt lautete demnach auch: Regen. Mal abgesehen davon, dass es nach einer spektakul\u00e4r turbulenten Seefahrt\u00a0im Sturm dann acht Stunden ohne Hotel recht langweilig sein k\u00f6nnte, h\u00e4tte ich auf der anschlie\u00dfenden sechsst\u00fcndigen Busfahrt im Dunkeln bei dem Wetter\u00a0nun noch weniger von der Landschaft sehen k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ol>\n<figure id=\"attachment_267\" aria-describedby=\"caption-attachment-267\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-267\" src=\"https:\/\/www.brightspace.de:8888\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_6065-300x175.png\" alt=\"Wirbelsturm \u00fcber der Adria. Die Rote Linie kennzeichnet die Strecke der F\u00e4hrverbindung Bari - Durr\u00ebs\" width=\"300\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_6065-300x175.png 300w, https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_6065.png 644w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-267\" class=\"wp-caption-text\">Ein leichter Wirbelsturm \u00fcber der Adria gegen Mittag. Die rote Linie kennzeichnet die Strecke der F\u00e4hrverbindung Bari &#8211; Durr\u00ebs.\u00a0Das Zentrum bewegt sich langsam nordw\u00e4rts.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ich fragte mich also, w\u00e4hrend ich den Blick von der \u201eSchreibmaschine\u201c auf die Stadt bei Sonne genoss, ob ich nicht lieber einen Plan B erstellen und auf anderem Wege nach Skopje gelangen k\u00f6nnte. Das hie\u00dfe, per Flugzeug zu reisen, und w\u00e4re nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht mit dem Leitbild meiner Bahnreisen zu vereinbaren gewesen. F\u00fcr so eine Entscheidung brauchte ich unbedingt einen \u201ePeer\u201c, einen Gespr\u00e4chspartner. Ich rief also kurzerhand Sandra an, die gerade mit Johanna im Zug auf dem Weg in den Skiurlaub war, und die mich sofort darin best\u00e4rkte, meine Urlaubszeit doch entspannt zu verbringen und statt\u00a0Sturm auf See und Bus im Dunkeln lieber\u00a0Sonne in Rom zu w\u00e4hlen. Das bedeutete: Flug von Rom nach Skopje und eine weitere Hotelnacht in Rom buchen und mich nicht \u00fcber die bereits bezahlte Bahn- und \u00dcberfahrt \u00e4rgern. Das machte ich dann alles gr\u00f6\u00dftenteils per Handy in einem Stra\u00dfencaf\u00e9 bei einem Espresso in der Sonne und kaufte mir anschlie\u00dfend ein Lachsbr\u00f6tchen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_268\" aria-describedby=\"caption-attachment-268\" style=\"width: 840px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-268 size-large\" src=\"https:\/\/www.brightspace.de:8888\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_E6064-1024x379.jpg\" alt=\"Chinesisches Neujahrsfest auf der Piazza del Popolo\" width=\"840\" height=\"311\" srcset=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_E6064.jpg 1024w, https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_E6064-300x111.jpg 300w, https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_E6064-768x284.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-268\" class=\"wp-caption-text\">Chinesisches Neujahrsfest auf der Piazza del Popolo<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nun hatte ich nach Besuch des Pantheons spontan noch mehr Zeit und konnte mir das Museum der Engelsburg am Tiber ansehen, denn f\u00fcr den Petersdom h\u00e4tte ich mich bereits morgens entscheiden m\u00fcssen. Anschlie\u00dfend spazierte ich bis zum Piazza del Popolo durch die M\u00f6nckebergstra\u00dfe Roms, der \u201eVia del Corso\u201c. Auf dem R\u00fcckweg zu meinem alten Hotel konnte ich noch einmal die spanische Treppe bei Tageslicht\u00a0und unvergleichlich viel mehr Besuchern hinaufsteigen und dann mit meinem Koffer bei beginnender Abendd\u00e4mmerung nach\u00a0ca.\u00a050 Metern in\u00a0meiner neuen\u00a0Bleibe f\u00fcr eine Nacht einchecken. W\u00e4hrend einer kurzen Pause vor dem Abendessen best\u00e4tigte ein Blick auf die Wetterkarte meines Smartphones die Richtigkeit meiner Entscheidung ein paar Stunden zuvor: In Bari hatte der Wind auf bis zu 41 km\/h zugenommen, also\u00a0Windst\u00e4rke 7 \u2013 auf offener See w\u00e4re er vielleicht noch kr\u00e4ftiger? Das brachte mich kurz zum Nachdenken: F\u00fcr die 200 km Entfernung zwischen Bari und Durr\u00ebs waren 10 Stunden Fahrt eingeplant, also eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km\/h gegen\u00fcber Grund. Die Windgeschwindigkeit w\u00e4re ja bereits mehr als doppelt so\u00a0hoch, wer wei\u00df, ob die F\u00e4hre bei dem Seitenwind \u00fcberhaupt heute gefahren w\u00e4re.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der\u00a0letzte Tag in Rom begr\u00fc\u00dfte mich erneut mit Sonnenschein und fr\u00fchlingshaften Temperaturen. Mein Zug nachmittags nach Bari sollte um 14:55 Uhr abfahren, ich hatte als noch ein wenig Zeit f\u00fcr einen letzten Bummel und musste mich entscheiden: Petersdom oder Pantheon. Ich entschied mich f\u00fcr das Pantheon und einen weiteren Spaziergang durch die Altstadt. 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