{"id":278,"date":"2018-02-12T19:06:59","date_gmt":"2018-02-12T19:06:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brightspace.de:8888\/?p=278"},"modified":"2023-03-11T20:45:54","modified_gmt":"2023-03-11T20:45:54","slug":"11-02-2018-rom-skopje","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/?p=278","title":{"rendered":"11.02.2018 Rom \u2013 Skopje"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man es genau betrachtet, dann f\u00fchrte meine Reiseplan\u00e4nderung dazu, dass meine Fahrten mit der Bahn\u00a0erst einen Tag sp\u00e4ter als urspr\u00fcnglich geplant zu Ende gingen. Meine letzte Bahnfahrt auf dieser Reise war n\u00e4mlich jetzt die mit dem Leonardo Express zum Flughafen Rom und nicht die einen Tag zuvor nach Bari.<\/p>\n<p>Dazu musste ich wieder einmal viel zu fr\u00fch und wieder um 06:25 Uhr von meiner zweiten Unterkunft in Rom aufbrechen, denn mein Flug nach Belgrad ging um 09:20 Uhr. Im Gegensatz zu\u00a0meiner Abreise aus Hamburg\u00a0konnte ich mir dieses Mal auf dem Weg zum Bahnhof allerdings Zeit lassen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend meiner Wartezeit am Flughafen und w\u00e4hrend des Fluges konnte ich mich erneut meinem \u201eHobby\u201c widmen, mit dem ich schon bei meinen letzten Reisen gut Zeit \u00fcberbr\u00fccken konnte, n\u00e4mlich mit dem Schreiben einer Software, die automatisch das Solitaire-Murmelspiel auf verschiedenen Brettern l\u00f6st. Da ich mich ja immer nur ein Mal im Jahr damit befasse, war ich doch \u00fcberrascht, wieviele Komponenten ich in den Jahren zuvor und auch im \u00a0letzten Jahr, zum Beispiel nach dem Verzehr eines Asia-Nudelsnacks in B\u00f6hmisch Krumau, fertiggestellt habe. Aber es gab noch viel zu tun, und so dauerte es gef\u00fchlt nicht lange, bis ich mich auf dem Landeanflug nach Belgrad befand. Da dort meine Bahnreise zwei Jahre zuvor endete, versuchte ich von oben Bekanntes zu entdecken und erkannte tats\u00e4chlich die Save und die sozialistischen Baus\u00fcnden des Stadtteils Novi Beograd.<\/p>\n<p>Nach gut zwei Stunden Aufenthalt auf dem Flughafen verlie\u00df ich Belgrad bereits wieder in Richtung Skopje\u00a0und so vern\u00fcnftig meine Entscheidung von gestern auch gewesen ist, wurde mir im Vergleich zur Anreise nach Rom klar: Wenn man fliegt, dann reist man im wahrsten Sinne des Wortes abgehoben. Schaut man aus dem Fenster, dann sieht man keinen M\u00fcll\u00a0an den Gleisen oder an der Stra\u00dfe, die Klamotten der Leute auf dem Land, ihre Frisuren, keine teils verbeulten Autos, die an der Schranke warten. Nein, w\u00e4hrend eines Fluges wird die Reise geografisch: Hier ein H\u00f6henzug, da ein Meer, hier ein paar Wolken, da ein Fluss, schwupps, anschnallen, Handy aus, Landeanflug. Hat nichts mit dem Leben der Leute da unten zu tun. So, das reicht wohl erstmal an philosophischen Gedanken. Aber um so mehr freute ich mich, dass meine Reise auf dem Land ja noch weiter geht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_280\" aria-describedby=\"caption-attachment-280\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-280\" src=\"https:\/\/www.brightspace.de:8888\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_6069-300x225.jpg\" alt=\"Fast leerer Airbus beim Landeanflug in Skopje\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_6069-300x225.jpg 300w, https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_6069-768x577.jpg 768w, https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_6069.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-280\" class=\"wp-caption-text\">Fast leerer Airbus beim Landeanflug in Skopje<\/figcaption><\/figure>\n<p>W\u00e4hrend des Fluges im v\u00f6llig unterbesetzten Airbus machte ich mich ein wenig \u00fcber Mazedonien schlau &#8211; viele der dieses Land betreffenden politischen Ereignisse m\u00fcsste\u00a0ich ja damals in den Nachrichten Anfang der 90er beim Zerfall Jugoslawiens live mitbekommen haben m\u00fcssen, aber damals interessierte ich mich offenbar ziemlich wenig f\u00fcr Politik. So las ich, dass Mazedonien schon seit Jahren in Beitrittsverhandlungen mit der EU ist, allerdings erst ein Streit mit Griechenland \u00fcber die Landesbezeichnung beigelegt werden muss, denn Griechenland bezeichnet mit dem Begriff \u201eMakedonien\u201c nordgriechisches Gebiet. Offenbar hat es wohl ein paar Fortschritte geben, gel\u00f6st ist das Problem aber noch nicht. Zudem kamen dann die Mazedonier auf die f\u00fcr mich als Laien reichlich dumme Idee, den Flughafen in Skopje nun ausgerechnet \u201eFlughafen Alexander der Gro\u00dfe\u201c zu nennen. Der stammt aber gar nicht aus der Gegend, sondern tats\u00e4chlich aus Griechenland. Insofern wird, so denke ich, ein EU-Beitritt Mazedoniens wohl noch eine Weile dauern&#8230;<\/p>\n<p>Vom Flughafen brachte mich ein vom Hotel organisiertes Taxi zu meiner Unterkunft. Der Taxifahrer war allerdings neun Jahre w\u00e4hrend seiner Kindheit in der Schweiz und sprach noch gut Deutsch mit leichtem Schweizer Akzent und er berichtete von der zunehmend schlechten Luft in Skopje, vor allem im Sommer aufgrund des fehlenden Windes und aufgrund vieler nicht einer EU-Norm entsprechenden Autos mit schlechten Abgaswerten. Und er erz\u00e4hlte, wie er die Nachbarl\u00e4nder Mazedoniens findet: Montenegro &#8211; sch\u00f6n; Albanien &#8211; billig; Griechenland &#8211; teuer; Kosovo &#8211; interessant.<\/p>\n<p>Meine Unterkunft lag sehr zentral und hatte zudem einen Wellnessbereich mit Indoorpool und Sauna. Die wollte ich sp\u00e4ter am Tag noch ausprobieren, aber vorher meine neu gewonnene Zeit noch f\u00fcr\u00a0einem kleinen Spaziergang durch die Stadt nutzen. Das Hotel grenzt\u00a0direkt an\u00a0den\u00a0osmanisch gepr\u00e4gten Altstadtkern mit Moscheen und niedlichen, verwinkelten, kleinen Gassen. Die L\u00e4den hatten zwar alle geschlossen, denn es war Sonntag, aber in kleinen Caf\u00e9s sah ich \u00e4ltere Herren t\u00fcrkischen Tee trinken, Sonnenblumenkerne knabbern, Karten spielen und Zigarette rauchen. Auf der s\u00fcdlichen Seite der Vardar\u00a0sah die Stadt eher westlich aus, was mich ein wenig an die Viertel\u00a0Sultanahmet und Beyo\u011flu\u00a0in Istanbul denken lie\u00df, die ja einen \u00e4hnlich unterschiedlichen Charakter auf den beiden Seiten des goldenen Horns haben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_279\" aria-describedby=\"caption-attachment-279\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-279\" src=\"https:\/\/www.brightspace.de:8888\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_6074-300x225.jpg\" alt=\"Altstadt (Old Bazar) in Skopje\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_6074-300x225.jpg 300w, https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_6074-768x576.jpg 768w, https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_6074.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-279\" class=\"wp-caption-text\">Altstadt (Old Bazar) in Skopje<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wieder im Hotel angekommen machte ich mich anschlie\u00dfend wie geplant auf den Weg in den Wellnessbereich, hatte allerdings, wie ich dann\u00a0erfuhr, nur ein paar Minuten Zeit f\u00fcr den Pool, denn dort sollte ein wenig sp\u00e4ter eine Bachelor-Party f\u00fcr ein paar Girls steigen. Ich fragte mich, warum die Mitarbeiter des Hotels daf\u00fcr \u00fcberall rote herzf\u00f6rmige Luftballons und ebenfalls rote Kerzen dekoriert haben \u2013 vielleicht hatte die Feier eher was mit dem Fernsehformat \u201eDer Bachelor\u201c zu tun? Ich wusste es nicht&#8230; In die Sauna sind sie jedenfalls nicht nachgekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man es genau betrachtet, dann f\u00fchrte meine Reiseplan\u00e4nderung dazu, dass meine Fahrten mit der Bahn\u00a0erst einen Tag sp\u00e4ter als urspr\u00fcnglich geplant zu Ende gingen. Meine letzte Bahnfahrt auf dieser Reise war n\u00e4mlich jetzt die mit dem Leonardo Express zum Flughafen Rom und nicht die einen Tag zuvor nach Bari. 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