{"id":904,"date":"2026-03-14T14:44:57","date_gmt":"2026-03-14T14:44:57","guid":{"rendered":"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/?p=904"},"modified":"2026-03-15T10:22:07","modified_gmt":"2026-03-15T10:22:07","slug":"13-03-2026-tallinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/?p=904","title":{"rendered":"13.03.2026: Tallinn"},"content":{"rendered":"\n<p>Meinen Tag in Tallinn begann ich wie am Abend zuvor geplant mit dem Besuch der an diesem Tag 10\u00b0C k\u00fchleren Sauna. Es war noch relativ leer und ich bekam nur Besuch von einem weiteren Gast, der allerdings mit einem Plastikbecher voller Bier in der Hand die Kabine betrat &#8211; und das um ca. 10:00 Uhr morgens.<\/p>\n\n\n\n<p>Total entspannt und schon fast ein wenig m\u00fcde machte ich mich anschlie\u00dfend auf den Weg in die Altstadt und war \u00fcberrascht, wie gut sie erhalten war &#8211; inklusive der langen Stadtmauer und ihren Wehrt\u00fcrmen. Direkt neben ihr befand sich der Domberg, der zwei Kirchen und viele alte H\u00e4user beherbergte. Es war noch nicht sehr viel los und so schlenderte ich die Gassen entlang, bis ich ein paar mehr Touristen sah, die aus unterschiedlichen Richtungen kamen aber so schienen, als h\u00e4tten sie ein gemeinsames Ziel. Es war in der Tat ein Aussichtspunkt neben dem Regierungssitz, von dem aus man einen sehr sch\u00f6nen Blick auf die unten liegende Altstadt hatte, mit Kircht\u00fcrmen und alten H\u00e4usern im Vordergrund &#8211; und vielen neuen teils noch im Bau befindlichen Hochh\u00e4usern in den Gesch\u00e4ftsvierteln im Hintergrund.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"718\" src=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1395-1024x718.jpg\" alt=\"\" data-id=\"916\" data-link=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/?attachment_id=916\" class=\"wp-image-916\" srcset=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1395-1024x718.jpg 1024w, https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1395-300x210.jpg 300w, https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1395-768x538.jpg 768w, https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1395.jpg 1060w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" width=\"516\" height=\"307\" src=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1401.jpg\" alt=\"\" data-id=\"917\" data-full-url=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1401.jpg\" data-link=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/?attachment_id=917\" class=\"wp-image-917\" srcset=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1401.jpg 516w, https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1401-300x178.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 516px) 100vw, 516px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><figcaption class=\"blocks-gallery-caption\">Auf dem Domberg: Kirche und Blick in die Altstadt (vorne) bzw. auf moderne Hochh\u00e4user im Hintergrund<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Unten in der Altstadt legte ich in einer &#8222;Caffeine&#8220;-Filiale eine Pause f\u00fcr ein sp\u00e4tes Fr\u00fchst\u00fcck ein und buchte dort die F\u00e4hre f\u00fcr die ca. zwei Stunden dauernde \u00dcberfahrt nach Helsinki am kommenden Tag. Auch f\u00fcr den letzten Teil meiner Reise hat sich die Wettervorhersage verbessert, so dass ich beschloss, gegen fr\u00fchen Nachmittag in Tallinn aufzubrechen, um noch bei Tageslicht in Helsinki einzutreffen &#8211; ohne den noch von vor ein paar Tagen angek\u00fcndigten Regen. Ich war erstaunt, denn bei der Wahl des Tickets hatte ich sogar die M\u00f6glichkeit, f\u00fcr den dreifachen Preis eine Kabine zu buchen, und ich las den Hinweis, dass nur noch zwei verf\u00fcgbar w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"420\" src=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1415.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-918\" srcset=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1415.jpg 560w, https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1415-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><figcaption>Restaurant in der Altstadt, das offensichtlich vegane Eier br\u00e4t<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach Lekt\u00fcre meines Reisef\u00fchrers beschloss ich, meinen Rundgang entlang der Pikk-Stra\u00dfe fortzusetzen. Auf meinem Weg entdeckte ich wieder alte Schilder an den Mauern in deutscher Sprache und dem Namen &#8222;Reval&#8220; statt Tallinn. Direkt gegen\u00fcber des \u00e4ltesten Caf\u00e9s der Stadt sah ich eine Polizeistreife und einen per Barrikaden abgesperrten Teil des B\u00fcrgersteigs. Anhand der Flagge \u00fcber dem Eingang erkannte ich, dass es sich um die Botschaft Russlands handelte und auf den vielen an den Barrikaden angebrachten Plakaten davor war die Botschaft Estlands bzw. ihrer Einwohner an die Politik zu lesen, die Ukraine zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"420\" src=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1446.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-922\" srcset=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1446.jpg 560w, https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1446-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><figcaption>Die Katharinenpassage war noch leer<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ein paar H\u00e4user weiter befand sich das Gildehaus, und ich beschloss spontan, das sich in diesem Geb\u00e4ude befindende Museum zu besuchen. Es berichtete von der Zeit als Hansestadt in der fr\u00fchen Neuzeit, die der Stadt zu Wachstum und Wohlstand verholfen hat, aber auch daf\u00fcr sorgte, dass der Deutsche Orden hier an Macht gewann. Im ersten Raum ging es aber &#8211; wie schon im Okkupationsmuseum Rigas &#8211; um die Besatzungszeit Estlands zwischen dem zweiten Weltkrieg und 1991 und ich hatte den Eindruck, als h\u00e4tten auch die Esten ein Bed\u00fcrfnis, diese Zeit der \u00d6ffentlichkeit zu dokumentieren, auch wenn sie nicht zum Schwerpunkt des Museums passte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder drau\u00dfen und ein paar Stra\u00dfen weiter fand ich einen Zugang zur Stadtmauer durch ein Caf\u00e9 hindurch und beschloss sie zu besteigen, um noch ein paar Blicke auf die Stadt werfen zu k\u00f6nnen. Ich hatte morgens entschieden, statt meinen Outdoorstiefeln Laufschuhe zu tragen, um meine F\u00fc\u00dfe zu schonen. In der Tat sp\u00fcrte ich die Blasen des Vortags gar nicht mehr und f\u00fchlte mich so ermutigt, noch ein wenig weiter zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Weg f\u00fchrte mich aus der Altstadt hinaus zur Lehmpforte, einem der bekanntesten Stadttore Tallinns. Eigentlich wollte ich dort ein stilvolles Foto der alten Gem\u00e4uer machen, aber es gelang mir nicht ganz, weil ein als Papagei verkleideter Mann pausenlos zwischen der einen und der anderen Seite entlang marschierte und Flugzettel an Passanten verteile. Ich nahm an, dass er dort noch l\u00e4nger bleiben w\u00fcrde und ging deshalb weiter in Richtung Stadtstrand, zun\u00e4chst an einigen Einkaufszentren vorbei und dann an sch\u00f6nen Holzh\u00e4usern. Der Strand befindet sich ein paar hundert Meter entfernt von einem der F\u00e4hrterminals und ich wagte dort einen weiteren Versuch, Bernstein zu finden. Leider entpuppten sich die orangenen, gelblichen und br\u00e4unlichen Teile alle als Plastikm\u00fcll und ich gab auf. Nur unweit vom Strand lag der Katharinen-Park, der Stadtpark Tallinns, in dem sich unter anderem der Pr\u00e4sidentenpalast befindet. Ich orientierte mich und sah einen Wegweiser zum japanischen Garten, fand aber dann dort durch eine Absperrung heraus, dass er noch saisonal geschlossen war. Der Park war dennoch nett angelegt und ich entdeckte fast wie ein Kunstwerk viele Schneehaufen zwischen den B\u00e4umen, die in den n\u00e4chsten Tagen verschwunden sein w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"420\" src=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1460.jpg\" alt=\"\" data-id=\"919\" data-link=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/?attachment_id=919\" class=\"wp-image-919\" srcset=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1460.jpg 560w, https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1460-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"420\" src=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1474.jpg\" alt=\"\" data-id=\"920\" data-full-url=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1474.jpg\" data-link=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/?attachment_id=920\" class=\"wp-image-920\" srcset=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1474.jpg 560w, https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1474-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><figcaption class=\"blocks-gallery-caption\">(links): Von Ferne sah es nach Bernstein aus &#8211; auch ein Fahrradreflektor funkelt sch\u00f6n. (rechts): See im Katharinen-Park, er ist noch zugefroren<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wieder im Hotel angekommen, wollte ich nach einer Pause anschlie\u00dfend in der Stadt etwas essen. Hier in Tallinn geh\u00f6ren offenbar auch Pelmeni zu den Spezialit\u00e4ten, sie sind russischen Ursprungs und entsprechen in etwa den polnischen Piroggen. Viele Restaurants schienen sie aber nur tags\u00fcber in Food-Courts anzubieten. Eine Alternative w\u00e4re ein mittelalterliches Restaurant gewesen &#8211; laut Beschreibung im Internet h\u00e4tte es dort Tonkr\u00fcge, Elchsuppe und extra unfreundliche, mittelalterlich gekleidete Mitarbeiter an den Essensst\u00e4nden gegeben. Mit mehreren Leuten gemeinsam vor einigen Jahren w\u00e4re das bestimmt ganz lustig gewesen, aber so fiel meine Wahl letztendlich auf ein Pfannkuchenhaus in der Innenstadt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"420\" src=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1481.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-921\" srcset=\"https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1481.jpg 560w, https:\/\/transeuropaexpress.brightspace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_1481-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><figcaption>Seltsame Messe auf dem Weg in die Stadt &#8211; ich hoffe, da wurde sp\u00e4ter nicht jemand geopfert<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ich hatte an diesem Tag \u00fcbrigens wieder einen Essenskurier der Firma Bolt sehen k\u00f6nnen, diesmal aber nicht in Form eines Roboters, sondern eines Radfahrers und war ein wenig beruhigt. Vielleicht lag es am Kopfsteinpflaster in der Altstadt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meinen Tag in Tallinn begann ich wie am Abend zuvor geplant mit dem Besuch der an diesem Tag 10\u00b0C k\u00fchleren Sauna. 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