15.03.2026: Helsinki – Hamburg

Der letzte Tag meiner Reise begrüßte mich erneut mit Sonnenschein. Ein letztes Mal besuchte die Sauna meines Hotels, denn die war am Wochenende auch vormittags geöffnet. Nun liegt es mir fern, all meine Saunabesuche einzeln aufzuzählen, aber es gibt immer wieder Details, die mir aufgefallen sind: An diesem Tag war es die Ausstattung der Herrenduschen, in denen es nicht nur Duschgel und Shampoo gab, sondern auch Conditioner. Ich fragte mich, ob es in Finnland so viele langhaarige Heavy-Metal-Fans gibt, die für ihre Haarpflege auch Conditioner brauchen.

Da mein Rückflug erst am Nachmittag stattfand, konnte ich noch ein wenig durch die Stadt spazieren. Ich entdeckte schöne Parks, stellte fest, dass viele Ecken nahe der Innstadt so dicht am Wasser liegen, dass man mal eben schnell zum Strand gehen kann. Auch hat Helsinki eine Art Alster, einen zentralen See in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs mit angrenzenden Parkanlagen, die von vielen Leuten durchjoggt werden.

Ich holte anschließend mein Gepäck vom Hotel ab und begab mich auf den Weg zum Bahnhof. Den blauen Ticketautomaten fand ich später doch direkt neben den ein wenig abseits liegenden Gleisen des ÖPNV. In Bar bezahlen ging allerdings ebensowenig wie an dem, den ich am Vortag fand. Wenig später war ich am Flughafen und gab meinen Koffer an einem „Baggage Drop“-Automaten ab und ging durch die Security. Ich sah zum ersten Mal, dass am Flughafen CT-Scanner für das Gepäck installiert waren und keine Personen mehr daneben vor dem Bildschirm saßen, um nach gefährlichen Gegenständen zu suchen. Entweder geschieht das wohl wie in der medizinischen Radiologie in anderen Räumen, oder diese Aufgabe übernehmen mittlerweile KI-Algorithmen – oder beides.

Während der Wartezeit zum Boarding dachte ich über vergangene und noch kommende Reisen durch Europa nach und stellte fest, dass es noch zwei mir noch fremde Länder ohne eine amtliche aktuelle Reisewarnung gibt, in die man per Bahn reisen kann. Grund also, diese Serie noch fortzuführen.

Mein diesjähriges Fazit:

  • Die Fahrt ins Baltikum hat mir die Augen geöffnet hinsichtlich der langen recht eng verbundenen Vergangenheit mit dem damaligen Deutschland.
  • Es freute mich, in diesem Jahr so unkompliziert per Bahn ins Baltikum reisen zu können. Noch vor einigen Jahren, als ich bereits nach einer Route schaute, liefen Bahnverbindung zwischen Polen und Litauen noch durch Belarus, ein paar Jahre später gab es nur eine wöchentliche Verbindung.
  • Von manchen Gewohnheiten, die man ein Leben lang für unveränderlich gehalten hat, musste ich mich trennen, beispielsweise von der Annahme, dass Hotelzimmer täglich gereinigt werden; die Zeiten sind wohl langsam vorbei.
  • Ich hatte unheimliches Glück mit dem Wetter. Es war nur an einem Tag bedeckt mit Nieselregen am Nachmittag und zu der Zeit saß ich im Zug. Ansonsten herrschte täglich Kaiserwetter.
  • Der Stil in der finnischen Sauna, alle paar Minuten ein bis zwei Kellen voll Wasser auf den Ofen zu schütten und so immer wieder für einen kleinen Dampfkick zu sorgen, gefiel mir.

…und dann war da noch:

  • …der Intercity nach Vilnius, in dem die Gepäckablagen bereits mit Osternestern und Hasen geschmückt waren.
  • …der alte Mann, der mit seinem Bahnticket auf dem Bahnhof in Warschau nach dem Gleis Nummer 2 fragte, aber auf seinem Ticket immer auf ein Zeichen mit der zweiten Klasse zeigte. Die Nummer des Bahnsteigs konnte ich auf der Fahrkarte nicht entdecken, dafür die Abfahrtszeit: 8:44 Uhr. So fragte der Mann weiter freundlich und erfolglos andere Leute, bis es bereits 08:50 Uhr war. Er tat mir ein wenig leid.
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